Einstellungen zum Klimawandel In Österreich 2026
Die Marktforschung zeigt klar: Der Klimawandel bleibt für die Mehrheit der Österreicher:innen ein dominantes Zukunftsthema.
| Anbieter: | marktmeinungmensch |
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| Veröffentlicht: | Apr 2026 |
| Preis: | kostenlos |
| Studientyp: | Marktdaten • Marktforschung • Statistik |
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| Branchen: | Umwelt & Ökologie • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft |
| Tags: | Klimaschutz • Klimawandel • Nachhaltigkeit |
1. Bewusstsein und Sorgen – Klimawandel bleibt Top-Thema
Laut der repräsentativen Market-Institut-Umfrage 2026 geben 82 Prozent der Österreicher:innen an, „große oder sehr große Sorgen“ wegen des Klimawandels zu haben . Das Thema steht damit an zweiter Stelle hinter dem Ukraine- und Iran-Konflikt, deutlich vor Themen wie Migration oder Energiepreise. Besonders ausgeprägt sind die Sorgen bei jungen Menschen unter 30 Jahren (91 %), während in der Altersgruppe 60+ noch rund 74 % den Klimawandel als große Bedrohung wahrnehmen.
Etwa 70 Prozent halten den Klimawandel für „größtenteils menschengemacht“, nur 10 Prozent bestreiten den menschlichen Einfluss. Das Vertrauen in die Wissenschaft ist hoch – neun von zehn Befragten wünschen sich „stärkere politische Maßnahmen“ zur Reduktion von CO₂-Emissionen.
2. Wirtschafts- und Konsumverhalten im Wandel
Eine laufende Studie des Austrian Institute of Economic Research (WIFO) zeigt, dass über zwei Drittel der Befragten eine „Klimaschutz-Steuerreform“ befürworten, wenn die Einnahmen sozial kompensiert werden . Besonders Zustimmung finden steuerliche Anreize für energiesparende Investitionen, Photovoltaik und öffentlichen Verkehr.
Laut Integral Markt- und Meinungsforschung planen 56 Prozent der Österreicher:innen in den nächsten zwei Jahren klimafreundliche Kaufentscheidungen (z. B. Elektroauto, Wärmepumpe, Solarenergie) – auch wenn steigende Lebenshaltungskosten die Umsetzung bremsen .
3. Generationen und regionale Unterschiede
Die Gallup-Klimaeinstellungsstudie 2025 zeigt deutliche regionale und altersbedingte Unterschiede .
- In Wien und Vorarlberg ist die Zustimmung zu Klimamaßnahmen am größten (über 80 %),
- in Kärnten und Niederösterreich am geringsten (unter 65 %).
Jüngere Generationen zeigen stark alltagspraktische Anpassungen: 65 % der 16–30-Jährigen fahren weniger Auto oder kaufen Secondhand-Produkte; bei den über 60-Jährigen liegt dieser Wert bei 29 %.
Deutlich wird auch eine wachsende „Klimamüdigkeit“ – rund ein Fünftel der Bevölkerung empfindet die Diskussion über Klimaschutz als „übertrieben“ oder „moralisch überladen“. Trotzdem bleibt die Mehrheit bereit, Verhaltensänderungen mitzutragen, sofern sie sozial ausgewogen gestaltet sind.
4. Vertrauen in Politik und Unternehmen
In der IMAS-Klimastudie 2026 geben 68 Prozent der Befragten an, der Staat tue „zu wenig“ gegen den Klimawandel. 72 Prozent wünschen sich strengere Klimavorgaben für Industrie und Energieversorger, während nur 41 Prozent glauben, dass Österreich seine Klimaziele bis 2030 erreicht.
Das Vertrauen in Unternehmen wächst, wenn diese glaubwürdig über Nachhaltigkeit informieren: 77 Prozent bevorzugen Marken, die klimaneutral wirtschaften oder regionale Produkte fördern.
5. Fazit
Die Marktforschung zeigt klar: Der Klimawandel bleibt für die Mehrheit der Österreicher:innen ein dominantes Zukunftsthema.
- Hohe Sorge, aber sinkende Zuversicht, dass Politik genug tut.
- Klimaschutz ja – aber sozial verträglich.
- Jüngere Generationen handeln konsequenter, ältere erwarten politische Führung statt Eigenverantwortungsappellen.
Trotz wirtschaftlicher Belastungen unterstützen breite Bevölkerungsgruppen ambitionierten Klimaschutz – sofern Maßnahmen nachvollziehbar, gerecht verteilt und wirtschaftlich machbar sind. Österreich steht damit gesellschaftlich hinter der ökologischen Transformation, kämpft jedoch mit wachsender „Klimamüdigkeit“ und der Frage, wer die Hauptlast des Wandels trägt.
Quellen:
- – Market Institut: Klimawandel und gesellschaftliche Wahrnehmung 2026
- – WIFO: Klimapolitik und Verhaltensanpassungen
- – Integral: Nachhaltiger Konsum und Energieentscheidungen
- – Gallup: Klimabewusstsein in Österreich 2025/26
- – IMAS: Einstellungen zum Klimawandel und Vertrauen in Klimapolitik 2026
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